Alle Fallbeispiele
Fallbeispiel · IT · Betrieb

Ein Skript, das «lief»

Die automatische Übernahme der Produktivdatenbank ins Testsystem galt als erledigt. Ein genauer Blick zeigte: Sie tat in 18 Punkten etwas anderes, als sie sollte.

18stille Defekte gefunden
9 Phasenneues Betriebsverfahren
Selbsttestvor dem ersten Echtlauf

Ausgangslage

Ein über Jahre gewachsenes Skript spielte die ERP-Produktivdatenbank regelmässig ins Testsystem ein. Fehler meldete es keine – die Erfolgsmail kam immer. Bei der Durchsicht fanden sich 18 Defekte, die alle stillschweigend passierten, zum Beispiel:

  • Datenbank-Jobs wurden nie wirklich gestoppt – es wurde nur ein Merker gesetzt, den der Dienst gar nicht auswertet.
  • Nach einem gescheiterten Restore liefen Bereinigung und Verkleinerung trotzdem weiter.
  • Ein nicht kompilierbarer Block sorgte dafür, dass ein Bereinigungsschritt nie ausgeführt wurde.
  • Die Erfolgsmail meldete auch bei Totalausfall «erfolgreich».
  • Zwei Befunde waren datenschutz- bzw. sicherheitsrelevant.

Lösung

Statt zu flicken, habe ich das Ganze als modulares 9-Phasen-Verfahren neu aufgebaut:

  • Trockenlauf vor jedem Echtlauf.
  • Backup-Auswahl über die Backup-Historie statt über die Sortierung von Dateinamen – mit Prüfsummen-Verifikation.
  • Saubere Abbrüche mit garantierter Aufräumphase.
  • Automatische Zertifikatserneuerung auf dem Server, mit Rollback.
  • Offline-Selbsttest der gesamten Kette, bevor sie auf die echte Umgebung trifft.
  • Eine Konfigurationsstelle für alle Umgebungswerte – das Verfahren ist auf weitere Systeme übertragbar.

Ergebnis

Ein Betriebsverfahren, das tut, was es meldet – und meldet, was es tut. Als Nebeneffekt entfiel eine dauerhaft offene Angriffsfläche des alten Verfahrens ersatzlos. Alles ist in einer Betriebsdokumentation festgehalten.